Unter dem Titel (Un)Doing Gender als gelebtes Unterrichtsprinzip wird seit September 2008 ein Sparkling-Science-Projekt durchgeführt, an dem WissenschafterInnen, LehrerInnen und SchülerInnen beteiligt sind. Dabei geht es sowohl um die Frage, was Gender für die einzelnen beteiligten Gruppen und Personen bedeutet, als auch darum, wie Geschlechterrollen im schulischen und universitären Raum inszeniert, diskursiviert und verhandelt werden. Daraus ergeben sich die für das Projekt gewählten Schwerpunkte „Sprache – Politik – Performanz“. Allerdings werden nicht nur unterschiedliche Prozesse untersucht, die zur Festschreibung bestimmter Geschlechterrollen führen, sondern in gleicher Weise werden diese Festschreibungen kritisch hinterfragt und Veränderungsmöglichkeiten erprobt. Obwohl das Projekt (Un)Doing Gender insbesondere den Deutschunterricht der beteiligten Schulen fokussiert, beschränkt sich dieses nicht auf die Untersuchung von Sprache als zweifellos wirkmächtiges Instrument bei der Gestaltung von Gender, sondern berücksichtigt in gleicher Weise soziale Interaktionen sowie die Inszenierungen von Geschlecht, die in Schulen und an der Universität stattfinden.
Projektleitende Einrichtungen:
Referat Genderforschung der Universität Wien, Fachdidaktisches Zentrum Deutsch am Institut für Germanistik der Universität Wien
Beteiligte Schulen:
GRG Rahlgasse 4, IBC Hetzendorf, GRG 15 Auf der Schmelz 4
Projektleitung:
Marlen Bidwell-Steiner, Stefan Krammer
ProjekmitarbeiterInnen:
Meri Disoski ist Literaturwissenschaftlerin, Dissertantin und Mitarbeiterin am Fachdidaktischen Zentrum Deutsch am Institut für Germanistik der Univ. Wien. Ihre Auseinandersetzung mit Gender Studies ist an ihr Interesse an der Bedeutung der Kategorie „Geschlecht“ in Gesellschaft, Kultur und Wissenschaft – in der Vergangenheit, Gegenwartund Zukunft – gekoppelt.
Gini Müller ist Theaterwissenschafterin, Dramaturgin und Performerin. Sie arbeitet als Lektorin an der Universität für Theater-, Film- und Medienwissenschaft, aber auch im praktischen Theaterbereich. Altmodische, aber auch subversive Genderrollen finden wir auf allen Bühnen den Lebens: in der Schule und Universität, im Theater, Internet, der Politik ... Wie können wir diese wahrnehmen und verändern?
Elisabeth Schabus-Kant unterrichtet Deutsch und Englisch an einem Wiener Gymnasium und ist Lektorin für Fachdidaktik am Institut für Germanistik in Wien. Sie interessiert sich besonders dafür, wie politische, soziale und wirtschaftliche Entwicklungen an der Sprache abzulesen sind und ob SchülerInnen und LehrerInnen daran forschen könnten.
Paul Scheibelhofer ist Soziologe und Dissertant an der Central European University, Budapest. Die Auseinandersetzung mit Geschlecht findet er spannend, weil es ein Thema ist, das sowohl „große Fragen“ der Gesellschaft anspricht aber auch sehr persönlich ist.
Veronika Zangl ist Literatur- und Theaterwissenschafterin und als Externe Lektorin an den Instituten für Germanistik sowie für Theater-, Film- und Medienwissenschaft beschäftigt. Weil Fragen von Gender und Geschlecht immer mit Wirklichkeiten zu tun haben, also nicht nur theoretische, sondern auch praktische und im weitesten Sinn politische Auswirkungen mit sich bringen, entspricht dieser Forschungsbereich genau ihrer Vorstellung von Wissenschaft.
Sabine Zelger ist Literaturwissenschafterin und u.a. Projektmitarbeiterin beim Forschungsprojekt „Tropen des Staates“, Universität Wien. Ihre Faszination an Gender-Fragen liegt unter anderem daran, weil das subversive Potenzial in ebenso unscheinbaren wie provokanten Handlungen jederzeit verwirklicht werden kann.
